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Thema „Pflegekind“ im Film „Ostwind – Aris Ankunft“

12.04.2019 - Im Mittelpunkt des Films "Ostwind - Aris Ankunft" steht die Rettung des Reiterhofes Kaltenbach, der in fremde Hände zu fallen droht.

Im Mittelpunkt des Films "Ostwind - Aris Ankunft" steht die Rettung des Reiterhofes Kaltenbach, der in fremde Hände zu fallen droht. Es gibt jedoch eine für das Kreisjugendamt interessante Nebenhandlung: Fanny, eine der jungen Hauptdarstellerinnen, macht ein Praktikum beim Jugendamt und begleitet die Sozialarbeiterin Britta zu dem kratzbürstigen Mädchen Ari. Ari ist, so will es die Geschichte, gerade zum zehnten Mal von einer Pflegefamilie abgegeben worden und soll nun in einem Heim untergebracht werden. Doch das geschlossene Heim, in das sie als nächstes soll, ist Fanny suspekt. Fanny kann nicht tatenlos zusehen und bringt Ari kurzerhand auf den Reiterhof Kaltenbach, in dem sie Freundschaft, Familie und Zusammenhalt erlebt. Im folgenden Interview stellen Ruth Hiltenkamp und Dominik Hohl vom Pflegekinder-Team des Kreisjugendamtes Details aus der Geschichte des Films in Zusammenhang zur Realität ihrer Arbeit.

Interviewfragen mit den Antworten von Dominik Hohl und Ruth Hiltenkamp, Mitarbeiter im Pflegekinderdienst des Kreisjugendamtes Ebersberg:
 
Warum muss Ari in eine Pflegefamilie?

Leider erfährt man im Film nichts über die genauen Hintergründe, warum Ari nicht mehr bei ihren Eltern wohnen kann. Klar ist nur, dass sie schnell zuschlägt. Das kann viele Ursachen haben. In unserem Jugendamt haben wir auch Familien, in denen es beim Zusammenleben Probleme gibt. Eltern können etwa nicht gut für ihre Kinder sorgen oder schlagen diese. Besteht eine Gefahr oder Notsituation für das Kind, ist die Unterbringung in einer Pflegefamilie eine Möglichkeit.

Könnte man Ari auch anders helfen, zum Beispiel mit einem Anti-Aggressionstraining?

Das Jugendamt wägt ab und wählt das mildeste Mittel für das Kind oder den Jugendlichen. Bevor ein Kind von seiner Familie getrennt wird, sollte unbedingt eine andere Lösung für die Schwierigkeiten gesucht werden. Das kann durchaus ein Anti-Aggressionstraining sein oder eine andere Hilfe, die die Familie in ihrem Lebenskontext unterstützt.

Wie sucht das Jugendamt seine Pflegefamilien aus?

Interessenten melden sich beim Jugendamt. Es wird ein langes Überprüfungsverfahren mit Gesprächen und Seminaren durchgeführt. So lernt das Jugendamt die Familie genauer kennen und prüft, ob sie geeignet sind, ein Pflegekind aufzunehmen. Ebenso hat die Familie in dieser Zeit Gelegenheit, genau zu überlegen, ob die Aufnahme eines Pflegekindes wirklich für sie passend ist. Entscheidend ist letztlich immer, wie gut Pflegekind und Pflegefamilie zusammenpassen. Auch unser Jugendamt sucht immer wieder Pflegefamilien und würde sich über Bewerber sehr freuen.

Können sich die Kinder beschweren, wenn die Pflegeeltern oder Geschwister sie schlecht behandeln?

Das Jugendamt betreut und begleitet Pflegekinder sehr engmaschig. In regelmäßigen Einzelgesprächen mit dem Kind oder Jugendlichen können diese sich über Schwierigkeiten in der Pflegefamilie äußern und es wird gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Darüber hinaus haben die Kinder und Jugendlichen jederzeit die Möglichkeit, sich bei Problemen an die zuständige Mitarbeiterin des Jugendamtes zu wenden oder sich bei ihr zu beschweren.

Warum nimmt eine Familie ein Kind auf und noch dazu, wenn es schwierig ist?

Weil sie darin eine wichtige Aufgabe sehen und gerne Kinder unterstützen möchten, die sonst niemanden haben möchte.

Wie lange muss Ari dort bleiben? Kann sie zu ihrer Herkunftsfamilie zurück?

Das ist sehr verschieden. Ein Kind kann für kurze oder auch für eine lange Zeit in einer Pflegefamilie leben. Das hängt davon ab, ob und wie die Schwierigkeiten in der Herkunftsfamilie gelöst werden können. Ziel ist es grundsätzlich, den Kindern ein Aufwachsen bei den leiblichen Eltern zu ermöglichen. Mit 18 Jahren ist Ari volljährig und kann dann selbst die Entscheidung treffen, wie und wo sie leben will.

Könnten Kinder und Jugendliche tatsächlich auf einem Reiterhof wohnen?

Ja, wenn die Familie als Pflegefamilie überprüft wurde. Wir haben im Landkreis Ebersberg auch Pflegefamilien mit verschiedenen Tieren.


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