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Informationen zur Geflügelpest (Stand 28. April)

Meldung vom 28.04.2021

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Ausbruch der Geflügelpest im Landkreis Ebersberg

Auf Grund der amtlichen Feststellung des Ausbruchs der aviären Influenza (Geflügelpest), am 29.03.2021 in einem Geflügelbestand im Bereich der Gemeinde Poing, werden um den betroffenen Betrieb ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet.

Das Beobachtungsgebiet für den Ausbruch in Poing wird zum 2. Mai 2021, 0 Uhr aufgehoben.

Ein Geflügelpestausbruch im Nachbarlandkreis Erding betrifft auch den Landkreis Ebersberg. Teile des Sperrbezirks und des Beobachtungsgebietes reichen in den Landkreis Ebersberg hinein. Die genauen Grenzen können Sie den Karten auf diese Seite entnehmen. Karte

Der Sperrbezirk für den Ausbruch im Landkreis Erding wird zum 28. April 2021, 0 Uhr in ein Beobachtungsgebiet umgewandelt.

Die wichtigsten Regelungen für Sperrbezirk/Beobachtungsgebiet im Überblick:

  • Jeder, der Geflügel (Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel) oder in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten hält (ausgenommen Tauben), hat dem Landratsamt Ebersberg, Fachbereich Veterinärwesen, unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Vögel unter Angabe ihrer Nutzungsart und ihres Standorts, die Anzahl der verendeten gehaltenen Vögel sowie jede Änderung anzuzeigen.
  • Jeder Geflügel-/Vogelhalter hat sicherzustellen, dass die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Ein-wegschutzkleidung betreten werden.
  • Gehaltene Vögel (Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten, ausgenommen Tauben) zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht frei gelassen werden.
  • Die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten.
  • Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel (Geflügel oder in Gefan-genschaft gehaltene Vögel anderer Arten, ausgenommen Tauben), frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel oder sonstige Materialien transportiert werden, sind zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse sowie tierische Nebenprodukte von Geflügel dürfen weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden. Im Sperrbezirk gilt dies in Beständen mit gehaltenen Vögeln darüber hinaus für sämtliches Fleisch von Geflügel, für Säugetiere, sowie für sonstige tierische Nebenprodukte und Futtermittel.

Zusätzliche Maßnahmen für den Sperrbezirk:

  • Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltene Vögel müssen in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und aus einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung gehalten werden.
  • Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder die sonstigen Standorte des Geflügels sind gegen unbefugten Zutritt zu sichern.
  • Nach jeder Einstallung oder Ausstallung von Geflügel sind die dazu eingesetzten Gerätschaften, der Verladeplatz und die frei gewordenen Ställe zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Betriebseigene Fahrzeuge müssen unmittelbar nach Abschluss eines Geflügeltransports auf einem befestigten Platz gereinigt und desinfiziert werden.
  • Werden Fahrzeuge, Gerätschaften etc. von mehreren Betrieben genutzt, müssen diese gereinigt und desinfiziert werden, bevor diese abgegeben werden.
  • Eine ordnungsgemäße Schadnagerbekämpfung ist durchzuführen und aufzuzeichnen.
  • Der Raum, die Behälter oder die sonstigen Einrichtungen zur Aufbewahrung verendeten Geflügels sind nach jeder Abholung, mindestens jedoch einmal im Monat, zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Jeder Geflügel-/Vogelhalter hat eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zum Wechseln und Ablegen der Kleidung und zur Desinfektion der Schuhe vorzuhalten.
  • Jeder Geflügel-/Vogelhalter hat es zu unterlassen, frisches Fleisch von Geflügel aus einer Schlachtstätte, einem Zerlegebetrieb oder einem Kühlhaus zu befördern. Ausnahmen dieser Regelung können Sie der Allgemeinverfügung (Punkt 3.2. i)entnehmen.
  • Jeder Geflügel-/Vogelhalter hat es zu unterlassen, gehaltene Vögel, Eier oder Tierkörper gehaltener Vögel auf öffentlichen oder privaten Straßen oder Wegen, ausgenommen auf betrieblichen Wegen, zu befördern.

Ansprechpartner

Gewerbehotline 08092 823 685

Montag: 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 12:00 Uhr
Mittwoch: 08:00 - 12:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 12:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr

Pressemeldungen

Sperrbezirk um Geflügelbestand in Poing aufgehoben vom 21. April 2021

Geflügelpest im Nachbarlandkreis Erding vom 2. April 2021

Geflügelpest: Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet im nördlichen Landkreis vom 31. März 2021

Ausbruch von Hausgeflügelpest im nördlichen Landkreis vom 30. März 2021

Maßnahmen gegen Geflügelpest werden verschärft vom 12. März 2021

Geflügelpest – Tierhalter müssen sich vorbereiten vom 10. Dezember 2021

Allgemeinverfügungen

Allgemeinverfügung zur Aufhebung des Sperrbezirkes und dessen Umwandlung in ein Beobachtungsgebiet für den Ausbruch iim Landkreis Erding zum 28.4.2021, 0 Uhr vom 23. April 2021

Allgemeinverfügung zur Aufhebung des Beobachtungsgebietes für den Ausbruch im Landkreis Erding zum 7. Mai 2021, 0 Uhr vom 23. April 2021

Allgemeinverfügung zur Aufhebung des Sperrbezirkes und dessen Umwandlung in ein Beobachtungsgebiet für den Ausbruch in Poing zum 22.4.2021, 0 Uhr vom 21. April 2021

Allgemeinverfügung zur Aufhebung des Beobachtungsgebietes für den Ausbruch in Poing zum 2. Mai 2021, 0 Uhr vom 21. April 2021

Allgemeinverfügung zur Festlegung des Sperrbezirks und des Beobachtungsgebietes für das Ausbruchsgeschehen in Erding vom 2. April 2021

Allgemeinverfügung zur Festlegung des Sperrbezirks und des Beobachtungsgebietes für das Ausbruchsgeschehen in Poing vom 30. März 2021

Allgemeinverfügung zur Aufstallungspflicht vom 12. März 2021

Weitere Informationen

Merkblatt - Pflichten Tierhalter im Sperrbezirk

Merkblatt - Pflichten Tierhalter im Beobachtungsgebiet

Geflügelpestverordnung

Merkblatt Haltung von Geflügel in Klein- und Kleinstbeständen

Häufig gestellte Fragen

Allgemeine Fragen

Was ist Geflügelpest?

Die Geflügelpest, auch aviäre Influenza (AI) oder Geflügelgrippe genannt, ist eine hochansteckende Viruskrankheit von Hühnern und Puten, aber auch viele andere Vögel sind empfänglich.

Bei den aviären Influenzaviren kann man grundsätzlich zwischen zwei Gruppen, den so genannten niedrig pathogenen („wenig krank machenden“) und den hoch pathogenen („stark krank machenden“) Influenzaviren, unterscheiden. Die hoch pathogenen aviären Influenzaviren (zum Beispiel H5N8) können bei Nutzgeflügel, zum Beispiel bei Hühnern oder Puten, zu hohen Tierverlusten führen. Die niedrig pathogenen Influenzaviren rufen dagegen oftmals nur geringe bis gar keine Krankheitsanzeichen hervor, da diesen Viren die Eigenschaften zum Auslösen einer schweren Erkrankung fehlen. Nur die Infektion mit hochpathogenen aviären Influenzaviren wird als Geflügelpest bezeichnet.

Was bedeuten „H“ und „N“?

Bei Geflügelpest unterscheidet man zwischen einer niedrig- und einer hochpathogenen Form. Aviäre Influenzaviren gehören zur Gruppe der Influenza A-Viren. Diese verfügen über zwei Oberflächenproteine - das Hämagglutinin (H) und die Neuraminidase (N). Es gibt verschiedene Varianten dieser Oberflächenproteine. Diese Stoffe können in unterschiedlicher Form kombiniert und ansteckend sein, so entstehen Namen wie H5N8.

Wo kommt das Virus her?

Wildgeflügel (insbesondere Enten) kann als Reservoir des Virus betrachtet werden. Die Tiere sind häufig Virusträger, ohne selbst zu erkranken. Aviäre Influenzaviren sind weltweit verbreitet.

Was sind die Symptome der Geflügelpest?

Die Geflügelpest ist eine hoch akut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung. Nach einer kurzen Inkubationszeit verläuft die Erkrankung schnell und endet für die betroffenen Tiere meist tödlich.

Nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden bis maximal 21 Tagen zeigen die betroffenen Tiere Symptome wie hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Schwäche, Teilnahmslosigkeit und Atemnot. Es kommt zu einem drastischen Rückgang der Legeleistung.

Wie wird die Erkrankung übertragen?

Das Virus kann einerseits über den direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen werden. Insbesondere wild lebende Wasservögel sind häufig Virusüberträger. Sie erkranken selbst nicht an Geflügelpest, können das Virus aber über große Entfernungen verschleppen. Das Virus verbreitet sich auch über die Luft. Andererseits ist auch die indirekte Übertragung durch Menschen, Fahrzeuge, Mist, Futter oder Transportkisten möglich. Der Mensch ist ein bedeutsamer Überträger der Seuche: über nicht gereinigte und desinfizierte Kleider, Schuhe oder Hände kann die Geflügelpest weiter verbreitet werden.

Ist das Virus hitze- oder kälteempfindlich?

Influenzaviren sind - wie fast alle Viren - empfindlich gegenüber hohen Umgebungstemperaturen. UV-Licht hat dabei eine oberflächliche Wirkung, kann aber z.B. durch Kot geschützte Viren nicht abtöten. Tiefe Temperaturen wirken sogar stabilisierend auf Viren. Auch Einfrieren auf minus 60 Grad tötet Viren nicht ab.

Was sollte man tun, wenn man einen toten Vogel findet?

Generell sollten tote oder kranke Vögel nicht angefasst oder mitgenommen werden. Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang. Besonders im Winter sterben alte und kranke Tiere durch Kälte oder durch schlechte Ernährung häufiger als in anderen Jahreszeiten. Deshalb muss nicht jeder tote Vogel an Geflügelpest gestorben sein! Erst wenn mehrere Vögel deutlich krank erscheinen oder an einer Stelle tot gefunden werden, sollten Sie das zuständige Veterinäramt oder die Polizei benachrichtigen.

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Maßnahmen für Geflügelhaltende Betriebe

Wie können Hobbyhalter ihr Geflügel schützen?

Nutzgeflügelhalter müssen die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen konsequent umsetzen sowie die Bestimmungen der Geflügelpest-Verordnung beachten! Geflügelhalter sollten außerdem eine funktionierende physische Barriere zwischen ihren Geflügelhaltungen und den Lebensräumen von wilden Wasservögeln errichten. Der Erreger kann auch indirekt über kontaminiertes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu und Gegenstände (Schuhwerk, Schubkarren, Fahrzeuge u. ä.) in einen Bestand eingeschleppt werden.

Insbesondere sind folgende Schutzmaßnahmen zu ergreifen:

  • Kein Kontakt zu Wildvögeln
  • Kein Verfüttern von Speise- und Küchenabfällen oder Eierschalen
  • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen, für Wildvögel unzugänglich aufbewahren
  • Stall vor unbefugtem Zutritt sichern
  • Nur Personen in den Bestand lassen, die diesen unbedingt aufsuchen müssen
  • Tragen von Schutzkleidung
  • Hände und Schuhe vor Betreten des Stalls desinfizieren
  • Kein Besuch von anderen Geflügelbeständen
  • Guter baulicher Zustand der Stallungen
  • Regelmäßige Schadnagerbekämpfung
  • Eierkartons nur einmal verwenden


Falls ein Aufstallgebot erlassen wurde, darf auch dem Geflügel aus Hobbyhaltungen kein Auslauf im Freigelände gewährt werden.

Wie wird die Geflügelpest bekämpft?

Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Ein Verdacht muss sofort dem zuständigen örtlichen Veterinäramt mitgeteilt werden. Zur Überprüfung des Verdachtes auf Geflügelpest entnehmen die Veterinärbehörden Proben. Diese werden zur Untersuchung in spezielle amtliche Labore gebracht. Bestätigt sich der Verdacht, werden vor Ort Maßnahmen für den Seuchenbetrieb, einen 3 km großen Sperrbezirk und ein 10 km großes Beobachtungsgebiet angeordnet.
Die Maßnahmen sind darauf gerichtet, die Verbreitung des Virus so gut wie möglich zu verhindern. Darum werden zuerst die Seuchenbetriebe und die Betriebe, in denen der Verdacht des Ausbruchs besteht, geräumt. Das heißt, das vorhandene Geflügel wird tierschutzgerecht getötet und unschädlich beseitigt.

Gleichzeitig wird alles unternommen, um durch eine optimale Hygiene, Desinfektionsmaßnahmen, Betretungsverbote usw. eine Verschleppung des Virus aus dem Seuchengebiet durch Tierkontakte, indirekten Kontakt über Personen, Transportbehälter, Verpackungsmaterial, Eierkartons oder Einstreu zu verhindern.

Kann man gegen die Geflügelpest impfen?

Impfungen z. B (zum Beispiel). von Nutzgeflügel gegen die Geflügelpest sind grundsätzlich nicht erlaubt. Impfungen gegen die Geflügelpest bieten aufgrund der hohen Variabilität der Viren häufig nur einen unzureichenden Schutz. Zudem besteht die Gefahr, dass ein Geflügelpestgeschehen nicht erkannt wird, da anhand der Untersuchung auf Antikörper nicht verlässlich zwischen infizierten und geimpften Tieren unterschieden werden kann. Weiterhin sind die Tiere nicht zuverlässig vor einer Infektion und Ausscheidung geschützt, auch wenn sie aufgrund einer Impfung bei Infektion keine Krankheitssymptome zeigen. Dadurch könnte sich ein Infektionsgeschehen unbemerkt unter der Impfdecke ausbreiten und zu kontinuierlichen Krankheitsausbrüchen führen.

Wie wird der Erreger nachgewiesen?

Im Verdachtsfall (Veterinäramt informieren!) oder im Rahmen von Monitoringuntersuchungen wird ein Virusnachweis durchgeführt. Kloaken- und Rachentupfer oder ganze Tierkörper von kürzlich verendeten oder getöteten Tieren können für die Laboruntersuchung verwendet werden. Auf Kühlung während des Transports ist zu achten.

Gibt es eine gesetzliche Ausnahme von der Tötung?

Wenn bestimmte Einrichtungen (z.B. zoologischen Gärten oder wissenschaftliche Einrichtungen) der zuständigen Behörde spätestens drei Monate nach Inbetriebnahme der Einrichtung die konzeptionellen Voraussetzungen und Vorkehrungen für eine mögliche Separierung der gehaltenen Tiere mitteilen und das Konzept genehmigt wird, können diese Ausnahmen von der sofortigen Tötung aller im Bestand gehaltenen Vögel erhalten. Aufgrund der Planungszeiten für den Betrieb sowie der erforderlichen Abstimmung von baulichen und infrastrukturellen Voraussetzungen mit der zuständigen Behörde ist eine solche Ausnahme allerdings nur dann möglich, wenn die Einrichtungen der zuständigen Behörde die Voraussetzungen und Vorkehrungen, die Grundlage der Genehmigung sein sollen, spätestens drei Monate nach Inbetriebnahme der Einrichtung mitgeteilt haben.
Ausnahmen von der gesetzlich vorgeschriebenen Tötung durch die „Freitestung“ (negative Untersuchung auf HPAI) von Einzeltieren ist nicht möglich.

Gelten die Maßnahmen auch für Halter von artengeschützten Tieren?

Ja. Allerdings gehören Einrichtungen, die Vögel zur Arterhaltung oder zur Erhaltung seltener Rassen halten, zu den Einrichtungen, die eine Genehmigung zur Ausnahme von der Tötung erhalten können. Dazu müssen allerdings spätestens drei Monate nach Inbetriebnahme der Einrichtung der zuständigen Behörde die konzeptionellen Voraussetzungen und Vorkehrungen vorgelegt worden sein und die Behörde muss dem Konzept zugestimmt haben.

Welche Maßnahmen werden für Betriebe in der Umgebung des Seuchenbetriebes ergriffen? (siehe hierzu auch FISVL FB Pflichten Geflügelhalter im Sperrbezirk bzw. Beobachtungsgebiet!)

Im Umkreis von mind. 3 km bzw. mind. 10 km um den Ausbruchsbetrieb werden ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet festgelegt. Dabei ist der Sperrbezirk im Beobachtungsgebiet enthalten. In den Restriktionszonen werden geeignete Maßnahmen ergriffen, um mögliche Viruseinträge in umliegende Vogelhaltungen zu erkennen und eine Verschleppung zu verhindern, was mit erheblichen Einschränkung und Erschwernissen im Handel mit Tieren und tierischen Erzeugnissen verbunden ist.

Wann werden Maßnahmen für Betriebe in der Umgebung des Seuchenbetriebes wieder aufgehoben?

Die Restriktionszonen werden aufgehoben, wenn die Geflügelpest bei gehaltenen Vögeln erloschen ist. Wichtigste Grundvoraussetzung hierfür ist, dass die gehaltenen

Vögel des Seuchenbestandes verendet oder getötet und unschädlich beseitigt worden sind. Dies hat zur Folge, dass jeder Tag der Verzögerung nicht nur mit dem Risiko der Weiterverbreitung der Seuche verbunden ist, sondern auch die Zeitdauer des Fortbestehens der eingerichteten Restriktionszonen verlängert und damit zu direkten wirtschaftlichen Schäden aller betroffenen Tierhalter in der Umgebung führt.

Wie werden Betriebe im Falle eines Ausbruchs der Geflügelpest entschädigt?

Bei Ausbruch einer anzeigepfichtigen Tierseuche wie der Aviären Influenza erfolgt die Entschädigung von Tierverlusten nach den §§ 15 ff des Tiergesundheitsgesetzes (TierGesG). Demnach werden Tiere entschädigt, die auf behördliche Anordnung getötet worden sind sowie Tiere, die nachgewiesenermaßen an der Seuche verendet sind.

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Vermarktung und Verzehr von Eiern/Geflügelfleisch

Kann ich Geflügelfleisch auch in Zeiten der Geflügelpest bedenkenlos essen?

Geflügelfleisch, Eier und sonstige Geflügelprodukte aus betroffenen Beständen werden nach den Vorgaben der Geflügelpest-Verordnung vernichtet und gelangen nicht auf den Markt. Daher ist der Konsum von Geflügelfleisch, Erzeugnissen sowie von Eiern unbedenklich. Beim Umgang mit rohem Geflügelfleisch, Geflügelfleischprodukten und Eiern sollten Hygieneregeln eingehalten und vor dem Verzehr die Empfehlung zum ausreichenden Garen von Geflügelfleisch und Eiern beachtet werden.  Selbst bei einem Verzehr eines infizierten Tieres ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, da das Virus bereits bei +70° Celsius – und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung – sicher abgetötet wird.

Grundsätzlich sollten bei der Verarbeitung von Geflügelfleisch die allgemeinen Hygieneregeln Beachtung finden. Nähere Informationen sind auf der Seite des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu finden.

Gibt es noch Freiland- oder Bio-Eier zu kaufen, wenn ein Aufstallgebot erlassen wurde?

Für eine Übergangszeit von 16 Wochen dürfen Freiland-Eier als solche vermarktet werden, auch wenn die Hühner aufgrund einer behördlichen Anordnung keinen Auslauf ins Freigelände mehr haben.

Bei Bio-Eiern ist es etwas anders: Nach der EU-Öko-Verordnung muss den Tieren ständiger Zugang zu Freigelände gewährt werden, es sei denn tierseuchenrechtliche Anordnungen stehen dem entgegen. Die Eier dürfen trotz Aufstallpflicht weiter als Bio-Eier verkauft werden, den Hühnern muss jedoch im Stall zusätzliches Rauhfutter angeboten werden. Das sind beispielsweise Heu, Grassilage, Maissilage, Luzerneheu oder Kartoffelschalen. Auch bei Bio-Hennen gilt dies nicht unbegrenzt. Hier gibt es keine 16-Wochen-Frist, sondern den Hennen muss insgesamt mindestens ein Drittel ihrer Lebenszeit Auslauf gewährt werden. Wann diese Frist unterschritten wird, kann nur individuell für jede Herde berechnet werden. Nach Ablauf der Übergangsfrist müssen die Eier aus Freiland- oder Öko-Haltung als Eier aus Bodenhaltung vermarktet werden.

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Übertragung auf andere Tiere?

Können Haustiere wie Hunde und Katzen die Geflügelpest übertragen bzw. diese verbreiten?

Nein, nach dem bisherigen Wissensstand nicht. Mit dem Virustyp H5N8 sind bislang nur wildlebende Vögel und Nutzgeflügel infiziert worden. Auch wenn Hunde oder Katzen tot aufgefundene Wildvögel fressen, kann nach derzeitigem Wissensstand eine Erkrankung der Tiere ausgeschlossen werden. Eine indirekte Übertragung des Erregers durch Haussäugetiere (z.B. Kot kranker Vögel auf Pfoten/Fell) kann jedoch eine Rolle bei der Infektion von Geflügelbeständen spielen. Daher soll ein direkter Kontakt von Haustieren, insbesondere Hunden und Katzen, mit toten oder kranken Vögeln verhindert werden. 2006 verendeten an dem Geflügelpestvirus des Subtyps H5N1 jedoch auch Säugetiere wie Marder und Hauskatzen.

Können Tauben und Singvögel an Geflügelpest erkranken bzw. diese verbreiten?

Tauben und Singvögel sind kaum empfänglich für Geflügelpest. Eine experimentelle Infektion kann etwa aber auch bei Tauben zu Erkrankungen und Todesfällen führen. Infizierte Tauben und Singvögel scheiden den Erreger jedoch nur in sehr geringen Mengen aus. Das Verbreitungsrisiko wird deshalb als gering eingeschätzt.   

Was ist bei der Jagd auf Wassergeflügel zu beachten?

Jäger sollten auf auffälliges Verhalten des Wassergeflügels achten und Funde verendeter Wildvögel dem zuständigen Veterinäramt melden. Jäger, die mit Wassergeflügel oder dessen Ausscheidungen in Berührung gekommen sind, sollten auf geeignete Hygienemaßnahmen achten und Nutzgeflügelbestände meiden. Durch die Beprobung erlegter Wasservögel leisten Jäger einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung der Geflügelpest im Rahmen des jährlichen Wildvogelmonitorings.

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Gefahr für den Menschen?

Ist der Erreger auf den Menschen übertragbar?

Laut Robert-Koch-Institut haben bisherige Erfahrungen gezeigt, dass vor allem Menschen mit engem Kontakt zu infiziertem Nutzgeflügel gefährdet sind. Insgesamt ist das Risiko jedoch auch dann als sehr gering einzuschätzen. Weitere Informationen erhalten Sie beim Robert-Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Tot aufgefundene Vögel sollten nicht ohne Einmalhandschuhe angefasst werden. Bei Verdacht auf Geflügelpest sollten Geflügelhalterinnen und -halter unverzüglich das zuständige Veterinäramt unterrichten. Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) .

Unabhängig vom aktuellen Geschehen gelten für Personen, die im direkten Kontakt mit Geflügel oder Wildvögeln stehen, die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Nähere Informationen dazu findet man auf der Seite des Robert Koch Institut (RKI).

Welche Fälle von Vogelgrippe sind bisher bei Menschen aufgetreten?

Seit dem Jahr 2003 kam es der WHO zufolge zu mehreren hundert Erkrankungen durch hoch pathogene aviäre Influenza A(H5N1)-Viren. Mehr als die Hälfte der erkrankten Menschen starb. Infektionen mit Influenza A(H5N1) sind in verschiedenen Ländern Asiens, Afrikas und im Nahen Osten aufgetreten (siehe auch "Das RKI zu humanen Erkrankungen mit aviärer Influenza (Vogelgrippe").

Seit 2013 haben sich mehr als 1.500 Menschen mit Influenza A(H7N9), einem damals neuen Vogelgrippevirus, infiziert, mit mehreren hundert Todesfällen (siehe auch "Das RKI zu humanen Erkrankungsfällen mit aviärer Influenza A(H7N9)").

Auch andere aviäre Influenzaviren werden hin und wieder bei Menschen nachgewiesen, in den letzten Jahren beispielsweise A(H10N8), A(H9N2) und A(H5N6) bei Patienten in China. Einige Infektionen mit A(H5N6) waren ebenfalls tödlich; Erkrankungen durch A(H9N2)-Viren verliefen dagegen in den meisten Fällen sehr mild.

Aktuelles Geschehen Russland: In Russland ist nach Behördenangaben weltweit erstmals das Vogelgrippevirus H5N8 auf Menschen übertragen worden. Wissenschaftler hätten das Virus bei 7 Menschen in einer Geflügelfabrik nachgewiesen, in der im Dezember bei Tieren die Vogelgrippe aufgetreten war.

Der aktuelle Stand der humanen Erkrankungs- und Todesfälle durch aviäre Influenzaviren ist auf den Seiten der WHO abrufbar.

Ist schon ein Erkrankungsfall beim Menschen durch Vogelgrippeviren in Deutschland aufgetreten?

Bisher ist kein solcher Fall in Deutschland aufgetreten. Durch ein weltweites System von Überwachungsstellen und Referenzlaboratorien wird das Vorkommen von Influenzaviren beim Menschen aufmerksam beobachtet und entsprechende Informationen an die Weltgesundheitsorganisation weitergeleitet. Auch in Deutschland gibt es ein Überwachungssystem für Influenza, das in der Lage ist, das Auftreten solcher Fälle zu erkennen. Der Verdacht, die Erkrankung und der Tod von Menschen an Vogelgrippeviren sind in Deutschland meldepflichtig. 

Stand: 09.04.2018

Wie stecken sich Menschen mit Vogelgrippe an?

Die meisten der an Influenza A(H5N1) erkrankten Personen hatten im Vorfeld engen Kontakt zu erkranktem oder verendetem Geflügel. Vermutlich müssen Menschen sehr große Virusmengen aufnehmen, um sich zu infizieren. Selbst bei einer Erkrankung werden Vogelinfluenzaviren aber fast nie auf andere Menschen übertragen, so dass es bisher noch nicht zu einer fortgesetzten Mensch-zu-Mensch Übertragung gekommen ist. Insgesamt besteht also für die Übertragung von Influenza A(H5N1)-Viren sowohl von Vögeln auf Menschen als auch von Mensch zu Mensch eine erhebliche Barriere. 

Auch bei den seit Frühjahr 2013 in Asien aufgetretenen A(H7N9)-Fällen ist die Ansteckungsquelle in den überwiegenden Fällen infiziertes Geflügel oder durch Vogelkot kontaminierte Umgebung in China. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nur in Einzelfällen (alternativ zu einer gemeinsamen Expositionsquelle) von den untersuchenden Behörden in Betracht gezogen (siehe auch: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Erkenntnisse über A(H7N9) der Weltgesundheitsorganisation). 

Stand: 09.04.2018

Welches Krankheitsbild weisen Menschen auf, die an aviärer Influenza (Vogelgrippe) erkranken?

Bei einer A(H5N1)-Infektion treten die ersten Symptome in der Regel zwei bis fünf, eventuell bis zu 14 Tagen nach der Infektion auf. Das klinische Bild ist gekennzeichnet durch schwere grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, Husten, Atemnot und Halsschmerzen. Bei mehr als der Hälfte der Fälle kommt es auch zu Durchfall, seltener auch zu Bauchschmerzen und Erbrechen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung entwickelt sich meist eine Lungenentzündung, die zu Lungenversagen und Tod führen kann. Etwa die Hälfte aller Patienten mit einer Influenza A(H5N1)-Infektion verstarb an ihrer Erkrankung.

Die Patienten, die sich in China mit A(H7N9) infiziert haben, litten an plötzlich auftretendem hohen Fieber, Husten und weiteren Symptome eines Atemwegsinfekts. Viele entwickelten eine Lungenentzündung mit schwerer Atemnot (respiratorische Insuffizienz).

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Quelle: Zusammenstellung mehrerer FAQs (LGL, STMUV, BMEL, RKI, FLI) durch das Landratsamt Würzburg