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Infos und Aktionen rund um das Vergessen

Meldung vom 12.09.2019

Demenzwoche: Ab kommendem Freitag, 13. bis Sonntag, 22. September 2019 und Aktionstag im e-Einz am Welt-Alzheimertag, Samstag 21. September

Demenzwoche - Infos und Aktionen rund um das Vergessen

Aufklären, Unsicherheiten nehmen, aus der Verdrängung holen: All das sei wichtig, wenn es um das Thema Demenz ginge, meint Elfriede Melbert, Leiterin der Betreuungsstelle im Landratsamt Ebersberg sowie der „Projektgruppe Demenz“ der Gesundheitsregion plus.

„Die Projektgruppe bietet zur heuer erstmals stattfindenden Bayerischen Demenzwoche von Freitag, 13. bis Sonntag, 22. September eine Fülle von Informationen und Aktionen rund um das Thema „Vergessen“. Die Landkreisbürger können am Welt-Alzheimertag, Samstag, 21. September, zudem beim Aktionstag im Ebersberger Einkaufszentrum e-Einz mit unterschiedlichsten Fachleuten unkompliziert ins Gespräch kommen“, kündigt Melbert an. Den Ratsuchenden stehen am Informationsstand vor oder im e-Einz von 10 Uhr bis 16 Uhr Experten zu allen Fragen rund um das Thema „Demenz“ zur Verfügung. Mit dabei sind Vertreter der Alzheimergesellschaft Ebersberg e.V., der Fachstelle für pflegende Angehörige der Caritas, der Betreuungsstelle des Landratsamtes Ebersberg, des Zentrums für Ambulante Hospiz- und Palliativ-Versorgung der Caritas, des Sozialpsychiatrischen Dienstes Ebersberg, des AWO-Seniorenheims Kirchseeon, der Nachbarschaftshilfe Vaterstetten, des Katholischen Kreisbildungswerkes Ebersberg e.V. sowie die Seniorenbeauftragte des Landkreises.

„Wir wollten in diesem Jahr etwas Größeres zum Welt-Alzheimertag organisieren, dazu hat die vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege initiierte Bayerische Demenzwoche gerade gut gepasst“, berichtet Melbert. Ihrer Meinung nach kann der Aufklärung rund um dieses Thema nicht genug Bedeutung zugemessen werden. „Der demographische Wandel mit immer mehr hochbetagten Menschen bringt es mit sich, dass uns immer mehr Menschen begegnen werden, die – aufgrund ihrer Demenz – etwas anders sind“, sagt sie. Wer an einer Demenz erkranke, ziehe sich nach und nach zurück, weiß sie aus ihrer täglichen Arbeit. „Dem könnte man mit einem offeneren Umgang begegnen“, so die Sozialpädagogin. Sie nennt als positives Beispiel dafür die gut besuchten Tanztees einer Landkreisgemeinde für Betroffene - Fahrdienst inklusive. Mobilität sei gerade im ländlichen Raum eine der zentralen Herausforderungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, stellt Melbert fest. Sie ist daher besonders froh darüber, dass die Projektgruppe bei dem Ende letzten Jahres veranstalteten Workshop „Demenzfreundliche Kommune“ zehn interessierte und aktive Landkreisgemeinden mit ins Boot holen konnte. Zwar sei vor Ort noch viel zu leisten, aber auf kurzem Wege eine Menge zu erreichen. Es geschehe bereits Erfreuliches, resümiert Melbert.

Einen Eindruck davon vermitteln in der Demenzwoche unter dem Motto „Mal wieder was vergessen?“ die Bücher- und Medientische in den Gemeindebüchereien Vaterstetten und Zorneding sowie in der Pfarrbücherei Vaterstetten. Betroffene, Interessierte, Ratsuchende und zum Beispiel Seniorenbeauftragte will der Filmabend der Gemeinde Forstinnung und des Pfarrverbandes Anzing-Forstinning ins Gespräch bringen: Nach dem Film „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern “ über den Umgang einer Sprachwissenschaftlerin mit der Diagnose Demenz im Katholischen Pfarrheim wird hier die Möglichkeit zum persönlichen Austausch in lockerer, entspannter Atmosphäre geboten. Darauf setzt auch der Aktionstag am 21. September. „Wir glauben, dass es vielen Menschen leichter fällt, sich Rat und Hilfe zu holen, wenn sie zuvor schon einen ersten persönlichen Kontakt hatten“, sagt Sozialpädagogin Melbert. „Mit dem Infostand im Einkaufszentrum und seinen diversen Ansprechpartnern kommt das Thema Demenz symbolisch dort an, wo es hingehört: In der Mitte der Gesellschaft“, konstatiert Melbert. Noch viel zu häufig besetzt mit Angst oder Scham, benötige es immer wieder Aufklärung, so die Überzeugung in der Projektgruppe. Sie ist daher nicht nur am Welt-Alzheimertag im e-EinZ in Ebersberg vertreten. So bietet die Fachstelle für pflegende Angehörige des Caritas-Zentrums Ebersberg am Mittwoch, 18. September, in Grafing und Markt Schwaben von 14 bis 18 Uhr „Offene Sprechstunden Demenz“ ohne vorherige Terminvereinbarung an. „Wenn das Thema Demenz durch mehr Aufklärung gesellschaftsfähiger wird, wird es auch leichter, Hilfe anzunehmen“, hofft Melbert. Allerdings müsse es diese Hilfe auch geben, mahnt sie. So sei der Pflegekräftemangel durchaus auch im Landkreis spürbar. Das sei ein Thema, das die Projektgruppe „Demenz“ bewege. Weil sie neben dem Verstand auch die Sinne ansprechen möchten, verteilen Mitglieder der Projektgruppe im e-Einz Kostproben der besonderen Art: Süß anmutende Kekse werden die Passanten durch ihren unerwarteten Geschmack überraschen. „Ein Gaumen verblüffender Hinweis darauf, dass eine demenzielle Erkrankung neben fast allem anderen auch den Geschmackssinn verändert“, erklärt Melbert.