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Landrat ehrt Landwirte für ihren Einsatz im Kiebitzschutz

Meldung vom 05.03.2021

Die ersten unverkennbaren Frühlingsboten sind wieder da. Mit ihren fröhlichen Gauklerflügen und den typischen „kiju-wit“-Rufen vermelden die Kiebitze ihre Rückkehr von einer langen Reise aus dem Süden.

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Kiebitze sind während der Brutzeit sehr stimmfreudig und sehr früh an ihrem angestammten Brutort zu finden. Hier angekommen vollbringt das Männchen akrobatische Flugmanöver mit seitlichen Sturzflügen und schnellt dabei immer wieder laut rufend in die Luft. Aber nicht nur die Flugkünste zeichnen den Kiebitz aus, sondern auch seine Standorttreue. Er kehrt in der Regel immer wieder an seinen Geburtsort zurück. Zudem haben die Vögel eine monogame Lebensweise, das heißt die Partner bleiben ein Leben lang beieinander.

Leider hat ihr besonderes Brutverhalten als Bodenbrüter zu einem dramatischen Rückgang der Kiebitze geführt. Ihre Brutzeit fällt nämlich genau in die aktivste Bewirtschaftungszeit auf Äckern und Wiesen. Ihr gut getarntes Nest am Boden kann leicht übersehen und durch die Feldbestellung zerstört werden. Greifvögel, Krähen und Füchse sind natürliche Feinde und machen den Jungvögeln das Leben schwer. Dazu kommt der Druck der erholungssuchenden Menschen auf die Brutreviere, der gerade jetzt in Zeiten von Corona enorm zugenommen hat. Die untere Naturschutzbehörde appelliert deshalb an alle Spaziergänger auf den Wegen zu bleiben und ihre Hunde anzuleinen. Während der Brutzeit von März bis Juni sind die Bodenbrüter besonders störungsempfindlich. Querfeldeingehen und frei laufende Hunde in den landwirtschaftlichen Flächen sind kein Kavaliersdelikt, sondern ein echter Verstoß gegen den gesetzlichen Artenschutz.

Zum Schutz der verbliebenen Kiebitze im Landkreis haben Landrat Robert Niedergesäß und die untere Naturschutzbehörde bereits vor drei Jahren ein eigenes Artenhilfsprojekt aufgelegt. Insgesamt konnten landkreisweit nur noch 64 Nester erfasst werden. „Die Zusammenarbeit bei den Schutzbemühungen mit den Landwirten und den ehrenamtlichen Gelegeschutzhelfern ist vorbildlich, nur in dieser Kooperation kann Artenschutz gemeinsam gelingen“, erklärt der Landrat. So konnte letztes Jahr mit 24 Landwirten und acht ehrenamtlichen Gelegeschutzhelfern viel für den Kiebitzschutz getan werden. Stellvertretend für alle aktiv am Kiebitzschutz beteiligten Landwirte bedankte sich der Landrat bei Johann Kirchlechner aus Holzen in der Gemeinde Aßling ganz herzlich für seine Schutzbemühungen. Kirchlechner hat gleich vier Brutreviere auf seinen landwirtschaftlichen Flächen und passt seit vielen Jahren gut darauf auf. Der Artenschutz betrifft uns alle, so der Appell von Amelie Vießmann und Max Finster von der Naturschutzbehörde. Amelie Vießmann ist neue Biodiversitätsberaterin und wird künftig die Schutzbemühungen um den Kiebitz koordinieren.