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Private Hilfsaktion für die Menschen im Ahrtal

Meldung vom 20.09.2021

Landkreis und Kreissparkasse unterstützen Helfer aus Steinhöring mit einer Spende

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Der nagelneue Bohrhammer, den Felix Jacobsen ins Landratsamt mitgebracht hat, ist auch ein Symbol für die unmittelbare Wirkkraft der Hilfsaktion im Flutkatastrophengebiet Ahrtal, die er gemeinsam mit Partnerin Stephanie Gelhart und Thomas Steidler aus Ebersberg initiiert hat. Genauer gesagt, ist es einer von 25 Bohrhammern, die der Steinhöringer mit dem Spendengeld des Landkreises und der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg finanziert hat. In einer Mail an Landrat Robert Niedergesäß hatte Jacobsen die Hilfsaktion geschildert. Sein selbstloser und vorbildlicher Einsatz überzeugte sofort. Der Landrat holte die Kreissparkasse mit ins Boot. Dort war man ebenso angetan von der Initiative. Torsten Koch, stellvertretendes Vorstandsmitglied, brachte zum Treffen im Landratsamt einen Scheck in Höhe von 2000 Euro mit, der Landrat steuerte 1000 Euro bei.

Eindrücklich schilderte Jacobsen die Situation und den Bedarf an privater und ehrenamtlicher Hilfe im Katastrophengebiet. Selbst mitanzupacken  war eine spontane Entscheidung, nachdem für ihn klar war, dass die Unterstützung der Menschen bei den Aufräumungsarbeiten zum größten Teil in den Händen von Freiwilligen liegt. „Als einzigen Anhaltspunkt hatten wir die Info, dass es eine private Organisation namens Helfer-shuttle.de vor Ort gibt, die sich darum kümmert, die freiwilligen Helfer in die Orte zu bringen und die Arbeiten zuzuteilen“, so der 43-Jährige.

„Nachdem wir dort 3 Tage mitgeholfen hatten und die unfassbare Zerstörung vor Ort gesehen haben, stand für uns fest, dass wir die Hilfe auf jeden Fall fortsetzen wollen. Leider funktioniert die öffentliche Hilfe vor Ort nur sehr zäh oder teilweise auch gar nicht. Die Gespräche mit den Anwohnern bestätigen das. Die Grundaussage lautet eigentlich immer, dass ohne die freiwilligen Helfer niemand helfen würde“, berichtet Jacobsen.

Vom Helfer-Shuttle werden jeden Tag bis zu 1000 freiwillige Helfer in die betroffenen Orte im Ahrtal gebracht. Für die Aufräumarbeiten werde sehr viel Material und Werkzeug benötigt. Die Hauptarbeiten seien derzeit Häuser zu entkernen und zum Trocknen vorzubereiten. Gleichzeitig müssten die Menschen, die noch in ihren Häusern wohnten, sich für den Winter vorbereiten, z.B. Notheizungen installieren etc.. Handwerker würden dringend gebraucht, aber helfen könne jeder, betont Jacobsen. Man benötige für viele Arbeiten keine besonderen handwerklichen Kenntnisse. Es müssten zum Beispiel immer noch Keller ausgeräumt werden oder in der freien Natur Müll aufgesammelt werden, den das Wasser mitgeschwemmt hat. Oder kleine Dinge, die einzelnen Menschen in dieser Situation eine Freude bereiten. Jacobsen nennt als Beispiel Blumen, die in dem verwüsteten Garten zweier alter Menschen gepflanzt wurden, die das selbst nicht mehr konnten.

Die Menschen im Ahrtal brauchen in vielen unterschiedlichen Bereichen Unterstützung. Die Helferinnen und Helfer können jeweils für den Tag ihren Einsatzort und die Arbeiten wählen. Jacobsen und seine Mitstreiter appellieren an die Landkreisbürgerinnen und –bürger für drei oder vier Tage mitzuhelfen. Übernachtung in einer einfachen Unterkunft und Essensverpflegung sind kostenlos. Der selbstständige IT-Berater hat eine Webseite eingerichtet mit den wichtigsten Informationen.
Man findet sie unter https://felix-jacobsen.de/

Der Landrat nahm die Initiative des Steinhöringers zum Anlass ein Spendenkonto für die Hochwassergeschädigten einrichten zu lassen.
Die Kontodaten: Kontoinhaber Landkreis Ebersberg, Verwendungszweck „Hochwasser“, Kreissparkasse München Starnberg EBE, DE80702501500000413187, BYLADEM1KMS.

 „Das persönliche Engagement unserer Landkreisbürger ist beeindruckend und beispielgebend und motiviert vielleicht noch andere Mitbürger, vor Ort ein paar Tage zu unterstützen. Auch werden weiterhin Geldspenden benötigt, um dort helfen zu können, wie z.B. mit den Bohrhammern, wir freuen uns daher über weitere Spenden und leiten sie zielgerichtet weiter“, so Robert Niedergesäß